Wer einmal das Problem mit verschlissenen und bis auf die Trägerplatte abgefahrenen Bremsbelegen hatte, wird den quietschenden, schabenden und raspelnden Sound, der fast deine Eingeweide zusammenschrumpfen lässt, nie wieder vergessen. Dieser, fast seelische Schmerzen verursachende Ton, wird durch das aufeinander Pressen der Belagsträgerplatte – auf dem sich eigentlich genügend Bremsbelag befindet – und der nun zerkratzten Bremsscheibe deiner Mopette verursacht. Damit du dieses Geräusch nie hören musst, möchten wir dir im folgenden Beitrag zeigen, wie du den Zustand deiner Bremsbeläge regelmäßig kontrollieren und richtig einschätzen kannst…

Da der Bremsbelag eher ein Zubehörteil an deinem Bock ist, der seine Arbeit im unübersichtlichem Dunkel des Bremssattel macht und meist auch durch den beim Bremsen entstehenden Bremsstaub verdreckt ist, wird die Kontrolle der Bremsbeläge eher vernachlässigt. Trotzdem hängt von diesem unscheinbaren Ding in vielen Situationen dein Leben ab.

Wie weit kann ich mit einem Bremsbelag fahren?

Beim Betätigen der Bremshebel wird durch Druck der Bremsbelag auf die Bremsscheibe gepresst. Durch dieser Reibung zwischen Belag und Scheibe bremst das Rad ab. Da hier aber enorme Reibungskräfte am Werk sind, nutzt sich das Material dieser beiden Komponenten im Laufe der Zeit ab. Ein Bremsbelag hält ungefähr 25.000 bis 30.000 Kilometer (je nach Fahrstill), die Bremsscheibe etwa die dreifache Distanz.

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Die Überprüfung der Bremsbeläge sollten sich nicht auf die Wartungsintervalle des Herstellers beschränken, vor allem bei längeren geplanten Ausflügen kann es nicht schaden, wenn du im Vorfeld selbst deinen Bremsbelägen etwas Aufmerksamkeit schenkst, ein plötzliches lautes schabendes Geräusch beim Bremsen ist nicht nur peinlich, sondern auch lebensgefährlich für dich.

Bremsbelagcheck, so wird´s gemacht:

  • Als erstes brauchst du Licht, eine Taschenlampe reicht hierfür völlig aus
  • Leuchte entlang der Bremsscheibe zwischen den Bremssattel und du entdeckst die Bremsbeläge mit den Trägerplatten
  • Der Bremsbelag ist etwas kleiner als die zirka drei Millimeter dicke Trägerplatte aus Metall
  • Die meisten Bremsbeläge sind mit Verschleißmarkierungen versehen
  • Der Bremsbelag muss mindesten eine Dicke von einen Millimeter haben
  • Ein neuer Bremsbelag ist fünf bis acht Millimeter dick.
  • Wenn du dir mit dem Schätzen der Dicke schwer tust, nimm ein Streichholz und halte es zum Bremsbelag, ein handelsübliches Streichholz – also nicht die 25cm langen Dinger für motorische Legastheniker – ist ca. 1,5 Millimeter dick.
  • Ist der Bremsbelag dünner als das Streichholz, solltest du die Beläge schnellstmöglich wechseln lassen oder selber wechseln

Unsere Meinung nach solltest du die Bremsbeläge eher zu früh als zu spät wechseln. Erstens kosten die Dinger nicht die Welt und zweitens hängt, wie bereits erwähnt, deine Sicherheit von den Bremsbelägen ab. Ob und wie du die Bremsbeläge deines Motorrades selber wechseln kannst und ob die Nachbauteile den qualitativen Ansprüchen der Originalteile gerecht werden, möchten wir dir in unserem nächsten Werkstatt-Beitrag zeigen – in diesem Sinne…

keep the fire burning

Kai&Martina

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