In diesem Beitrag wollen wir dir einen kleinen, aber auch wirklich nur einen kleinen, Crashkurs in Sachen Vergasertechnik geben. Zu kompliziert und ausführlich dürfen dich dann doch die anderen Magazine verwirren. Uns geht es in diesem Beitrag eigentlich darum, dass du einen kurzen Überblick über die Funktionsweise bekommst und den Vergaser deiner Mopette richtig behandelst, damit es dir nicht immer wieder passiert, das dein Vergaser verstopft, überläuft oder absäuft. Ein paar Tricks und Tipps gibt es da nämlich schon, wie du den einmaligen Sound deines Vergasermodels noch länger und ohne dich zu ärgern, genießen kannst…

Wie funktioniert ein Vergaser

Eigentlich ist das ganz einfach mit dem Vergaser, Luft und Benzin werden so miteinander vermischt, das ein verbrennungsfähiges Aerosol entsteht. Das Benzin wird durch Zerstäuben in feine Tröpfchen geteilt und es ergibt sich ein wirklich hochexplosives Luft-Benzin-Gemisch, welches dann in die Brennkammer, vorbei an der Drosselklappe (mit dieser kannst du, durch drehen am Gasgriff, die Motordrehzahl regulieren) gesprüht wird. In der oberen Brennkammer wird durch den Funken der Zündkerze dieses Gemisch zur „Explosion“ gebracht. Durch den Druck (Kompression) werden dann die einzelnen Kolben angetrieben.

Kaltstarthilfe – Choke

Beim Starten deines Motorrades im kalten Zustand benötigst du bei einem Vergasermodel etwas Starthilfe. Wir möchten uns hier nur mit der bekanntesten Methode beschäftigen – den Choke.

Beim Ziehen des Chokes wird das Luft-Benzin-Gemisch „fetter“ (mehr Benzin) gemacht, das heißt das Gemisch wird entweder durch weniger Luftzufuhr (eine zusätzliche Klappe lässt weniger Luft durch) oder durch höhere Kraftstoffzugabe (sogenannten Bypass-Vergaser, eine zusätzliche Düse sprüht zusätzlich Benzin in das fertige Luft-Benzin-Gemisch) verändert.

Solltest du den Choke nach der Warmlaufphase deines Bocks vergessen zu schließen, wird dir dein Motorrad es insofern danken, dass es zu Stotterattacken kommt und unweigerlich viel mehr Benzin geschluckt wird. Auch kann es zu unerwünschten Fehlzündungen während der Fahrt kommen. Was uns auch gleich zu einigen Problemen bringt welche durch einen Vergaser entstehen können.

Was mache ich wenn der Motor nicht richtig läuft

Bei Kaltstartschwierigkeiten, also wenn der Motor nicht richtig anspringen will und immer wieder ausgeht, solltest du als erstes kontrollieren, ob genug Benzin im Tank ist. Kann nämlich sein, dass sich – vor allem nach längeren Ruhephasen – ein Benzinsud gebildet hat und den Filter deines Benzinhahns zudreckt. Weitere Ursachen könnten Dreck in der Schwimmerkammer (Vergaser) oder ein defekter Choke sein. Wir würden in diesem Fall den Luftfilter abbauen und versuchen den Motor mit einem →Starterspray, welches du direkt in den Schlund deines Vergasers sprühst, zum Laufen zu bringen. (Achtung! Abstand halten.) Solche Verunreinigungen lassen sich oft durch solche Starthilfen beseitigen.

Das Problem stellt sich auch oft im Frühjahr oder bei längeren Ruhepausen (ein – zwei Monate) ein. Wir empfehlen vor dem Start einen →Vergaserreiniger vor der ersten Ausfahrt bzw. nach längeren Ruhephasen in den Kraftstoff zu mischen, dieser →Vergaserreiniger löst Ablagerungen aus dem Benzinfilter und dem Vergaserdüsen.

Was mache ich wenn der Vergaser während der Fahrt rumzickt

Wenn dein Motoradmotor nicht richtig zieht und beim Gas geben nur träge reagiert und Schluckauf hat, fließt meist zu wenig Kraftstoff in den Vergaser oder das Luft-Benzin-Gemisch ist nicht richtig abgestimmt. Auch in diesem Fall kann es sein, dass die Benzinzufuhr an irgendeiner Stelle verdreckt ist. Solltest du den Kraftstoff schon mit Vergaserreiniger vermischt haben, kann eine mögliche Ursache auch noch sein, dass die Benzinzuleitung vielleicht abgeknickt ist. Tankrucksackriemen können, wenn sie falsch verlegt sind, oft einen Benzinschlauch abklemmen. Auch solltest du den Tankentlüftungsschlauch und die Entlüftungsbohrung auf Funktionsfähigkeit testen. Um eine Falschluftansaugung auszuschließen prüfe den Sitz der Vergaser- und Ansaugstutzen, diese dürfen nicht lose oder gar rissig sein, da ansonsten ein Motorschaden droht.

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Tja eigentlich haben wir gemeint, dass das mit dem Vergaser einfach ist. Sofern du wenigstens ein bisschen technisch versiert bist und dich nicht scheust mal einen Schraubendreher in die Hand zu nehmen, kannst du bei einem Vergasermodel schon einiges selber am Vergaser reparieren. Und der Sound eines Motorrades mit Vergaser ist wohl Musik in jedem Ohr eines Chopperfan, da können die Einspritzer nur vor Neid erblassen. Nix gegen die Einspritzer, denn die haben dann doch andere Vorteile. Also unser Fazit, wenn du nix mit Schrauben am Hut hast oder einfach nur Fahren willst, solltest du dir eher ein Motorrad mit einem modernen Einspritzsystem zulegen.

Für dich, der du glücklicher Besitzer – oder auch unglücklicher Besitzer – eines Motorrades mit Vergaser bist, haben wir dir hoffentlich ein paar brauchbare Tipps weitergegeben. In diesem Sinne…

keep the fire buring

Kai&Martina


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