Im letzten Beitrag haben wir dich kurz mit allgemeinen Informationen über Bremsflüssigkeit belästigt und hoffentlich auch belustigt 🙂 Aber was nützt uns das theoretischen Blabla, da du – sonst würdest du ja nicht diesen Beitrag lesen – praktisch veranlagt bist, möchten wir dir heute zeigen, wie du bei deinem Motorrad selbst die Bremsflüssigkeit nachfüllen kannst…

Welche Bremsflüssigkeit soll ich nehmen?

Nachdem du festgestellt hast, dass bei deiner Bremsanlage etwas Flüssigkeit fehlt, solltest du nur solche Bremsflüssigkeit in das Bremssystem einfüllen, die auf dem Deckel des Ausgleichsbehälters deiner Kiste vermerkt ist. Das United States Department of Transportation (DOT) unterscheidet drei Klassen (DOT 3, DOT 4, DOT 5). DOT 5 wird weiter unterschieden in DOT 5 (Silikonbasis) und DOT 5.1 (Glykolbasis). Für höherwertige Bremsflüssigkeiten muss eine Freigabe des Fahrzeugherstellers vorliegen (frage deinen Händler).

Bremsflüssigkeiten sollten mit keiner anderen Bremsflüssigkeit gemischt werden, denn eine solche Mischung können nach kurzer Zeit fest und krümelig werden und lösen die Gummimanschetten innerhalb der Bremse, sowie die Gummibremsschläuche auf. Also nur DOT 3 mit DOT 3 verwenden oder nur DOT 5 mit DOT 5 usw – zum Nachfüllen solltest du immer frische Bremsflüssigkeit aus einem neuen, ungeöffneten Behälter verwenden.

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So nun aber zum Ablauf

  • Motorrad steht auf ebenem Untergrund auf Mittel- oder Heckmontageständer.
  • Vorderrad in Fahrtrichtung, Bremsflüssigkeit-Vorratsbehälter am Lenker ist „im Lot“.
  • Stand der Bremsflüssigkeit darf nicht unter Markierung MIN stehen, sondern muss leicht darüber sein, sonst müsstest du die Bremsen Entlüften, da bereits Luft in die Bremsanlage gelangt sein könnte.
  • Zuerst den Behälter mit einem weichen, saugfähigen Lappen umwickeln, damit eventuell ausschwappende Hydraulikflüssigkeit aufgesaugt wird und nicht an Lackteile kommt.
  • Deckel vom Behälter abnehmen, Stützscheibe und Gummimembran vorsichtig herausnehmen.
  • Bremsflüssigkeit auffüllen – Entweder bis zum unteren Rand des Gewindes oder der Markierung MAX oder bis zur im Behälter angebrachten Markierung auffüllen.
  • Behälter nicht überfüllen!
  • Die Gummi-Membran mit sauberem, nicht fusselndem Lappen reinigen, in Form bringen und einsetzen.
  • Stützscheibe aufsetzen (Bei Stützscheiben mit Zapfen müssen diese in die dafür vorgesehenen Nuten eingreifen)
  • Deckel aufdrehen und handfest anziehen.

Im oberen Teil des Auges solltest du eine kleine Luftblase sehen. Wenn du den Behälter zu voll machst, kann es passieren, dass die im  Deckel eingesetzte Gummimembran so stark auf die Bremsflüssigkeit drückt, dass die Bremskolben im Sattel nach einem Bremsvorgang nicht mehr in ihre Nulllage zurückgehen, dadurch hast du dann eine unerwünschte Dauerbremsung und deine Beläge werden sich relativ schnell in Staub auflösen.

Bremsflüssigkeiten sind sehr aggressiv und können den Lack deiner Süssen beschädigen. Eventuell herausgespritzte oder übergelaufene Bremsflüssigkeit solltest du mit reichlich klarem Wasser abspülen und gut abtrocknen. Solltest du jetzt aber erst so richtig heiß auf das Selberschrauben geworden sein und möchtest auch die Bremsflüssigkeit selber wechseln, dann freu dich auf unseren nächsten Beitrag, wir werden dich beim Bremsflüssigkeitswechsel begleiten…

keep the fire burning

Kai&Martina

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