Der manuell (handbetriebene) →Schlagschrauber oder der →motorische Schlagschrauber (elektrisch oder pneumatisch) versuchen durch pulsartige („geschlagene“) Drehbewegungen ein höheres Drehmoment aufzubringen und somit das Lösen der Verschraubungen zu erleichtern. Besonders beim Handschlagschrauber brauchst du eine sehr zielsichere und ruhige Hand, damit du dir nicht mit dem 1000 Gramm Hammer auf deine Pratzen haust.

Wie verwende ich den Schlagschrauber

Setze einen exakt passenden Bit in den Schlagschrauber, den Bit drückst du tief in den Schraubenschlitz. Schlagschrauber eindrücken und gleichzeitig in Öffnungsrichtung der Schraube vorspannen. Dann nimmst du den Hammer und löst mit einen kräftigen Hammerschlag auf den Vollmetallkopf die festsitzende Schraube. Wenn das nicht beim ersten Mal funktioniert, versuch´s gleich nochmal.

Was kann ich machen, wenn der Schraubenschlitz ausgefranst ist.

Zuerst einmal solltest du jetzt nur nicht hetzen anfangen – in der Ruhe liegt die Kraft. Wenn der Schraubenkopf heraus schaut, kannst du versuchen mit einer Zange den Schraubkopf zu umgreifen und ihn so herauszudrehen. Solltest du mit der Zange abrutschen und kriegst die Schraube nicht zu fassen, nimmst du einen dicken Gummi (z.B. Einmachglasgummi) und legst diesen auf den Schraubenschlitz und setzt den Schraubendreher an und versuchst die Schraube raus zudrehen.

Solltest du nach wie vor die Schraube nicht zum Drehen bekommen, versuch mal einen größeren Schlitz in die Schraube zu treiben. Hierbei verwendest du einen Flachkopfmeißel für Flachschlitz und einen Torxbit für Kreuz-, Torx- oder Inbusschlitze. Der Torxbit sollte ums Arschlecken größer sein, als der zerlumpte Originalschlitz, mit einen gezielten Hammerschlag machst du dir so einen neuen Schraubenschlitz und kannst im Anschluss die Schraube mit einen Flach- oder einen Torxschraubendreher herausdrehen. Wenn du keinen Meißel hast, kannst du dir auch mit einer Eisensäge einen neuen Schlitz sägen, sofern du genügend Platz zum Sägen hast, ohne dein Bike anzuritzen.

Und wenn alles nichts hilft – nimm die Bohrmaschine

Wenn das alles umsonst war, bleibt nur noch der Griff zur Bohrmaschine. Du kannst versuchen mit einen Linksausdreher dein Motorrad von der verflixten Schraube zu befreien, oder du bohrst gleich die ganze Schraube aus. Beim Linksausdrehen nimmst du einen Bohrer mit kleinem Durchmesser (etwa dem halben Schraubendurchmesser) und bohrst ein Stück in die Schraube hinein. Wenn du den Schraubenkopf vorher mit der Feile glättest und mit einen Körner eine Einkerbung (verhindert das Wegrutschen) für den Bohrer machst, wirst du dir mit dem Bohren leichter tun. Den Linksausdreher drehst du dann in das gebohrte Loch, so als ob du ein Gewinde schneiden willst und drehst, wenn der Linksausdreher nicht mehr weiter ins Loch geht, die Schraube schön gemütlich aus – zumindest theoretisch.

Wenn der Linksausdreher auch nicht fruchtet, bleibt dir nur noch die vollkommende Ausbohrung der Schraube. Hierbei bohrst du mit der Bohrmaschine weiter in die Schraube rein und versuchst so das Material der Schraube rauszuholen. Du musst mit den Bohrer aber sehr genau und senkrecht in die Schraube reinbohren und versuchen das Gegengewinde nicht zu zerstören. Im Vorfeld des medizinischen Bohreinsatzes solltest du dir überlegen, ob es vom Platz her möglich ist, ein eventuell größeres Gewinde in deine Mopette zu schneiden. Im Zweifel solltest du lieber auf solche adrenalinsteigernden Missionen verzichten und einen Fachmann hinzuziehen.

Manchmal ist es, vor allem bei Schraubverbindungen, die ein hohes Anzugsdrehmoment benötigen, wie etwa bei Achs- oder Schwingen Muttern, notwendig eine Verlängerung (zöllig Rohr) als Hebel zu verwenden. Was du dabei beachten solltest, damit du hierbei dein Motorrad nicht beschädigst und wie du das Festbacken von Schrauben überhaupt verhindern kannst, erklären wir dir im nächsten Beitrag…

keep the fire burning

Kai&Martina