Im →letzten Beitrag (gebraucht Motorradkauf Teil 1) haben wir dir erklärt auf welche äußeren Merkmale du achten solltest, wenn du vor deinem möglichen gebrauchten Bike stehst und über einen möglichen Kauf nachdenkst. Heute wollen wir dir einen kleinen Crashkurs in Sachen Techniküberprüfung geben und dir zeigen, wie auch ein völliger technischer Analphabet ein klein wenig mit sachlicher Kompetenz beim Verkäufer Eindruck schinden kannst.

Was kann ich beim Vorderrad überprüfen?

Als erstes wenden wir uns der Frontpartie zu und bocken das Motorrad auf, da du vom polieren deiner Alufelgen schon gut in Übung bist, geht das ja schon super schnell (→Beitrag Chromfelgen polieren). Nachdem das Vorderrad in der Luft ist bewegen wir den Lenker von Anschlag zu Anschlag und fühlen, ob sich alles leichtgängig und ohne im Lenkkopflager zu ruckeln, bewegen lässt – dafür legst du während der Bewegung des Lenkers eine Hand auf einen der Griffe, wenn du dabei ein leichtes einrasten spürst, ist das Lenkkopflager locker oder sogar defekt.

Prüfe auch gleich das Radlager indem du mit beiden Händen den Reifen umgreifst und den Motorradreifen vor und zurück wackelst und ihn seitlich zu bewegen versuchst – hierbei darf auch kein Spiel bzw. Klacken entstehen. An dieser Stelle möchten wir dich aber unbedingt ersuchen, auf deine Sicherheit zu achten – Bitte den Verkäufer das Motorrad, indem er sich darauf setzt und es festhält, abzusichern. Bei Speichenräder kannst du auch noch den Klangtest machen, hierfür nimmst du einen Schraubenzieher und fährst über alle Speichen, dabei müssen alle Speichen den gleichen Ton erzeugen, ansonsten ist die unstimmige Speiche locker und gehört nachgespannt – achte auch darauf, ob alle Speichen vorhanden sind.

Auch beim gebrauchten Bike muss alles sauber sein!

Nachdem du Lenkkopflager überprüft hast, kannst du das gebrauchte Bike wieder abbocken. Danach fährst du die Mopette gleich mal an die Wand – ne nicht so – du stellst das Motorrad mit dem Vorderrad gegen eine Wand und drückst das Motorrad mehrmals hintereinander gegen die Wand, auch hierbei darf kein klackern zu hören sein. Beim Einfedern achte auch gleich auf das Federverhalten der Gabel und auf möglichen Gabelölaustritt an den Gabelholmen – da muss alles trocken und sauber bleiben, sonst sind mit Sicherheit die Simmeringe defekt und gehören gewechselt.

Was beachte ich beim Motorradkauf am Hinterrad?

So nachdem du den vorderen Teil inspiziert hast, geht´s  nach hinten. Hierbei untersuchst du als erstes den Antrieb. Bei einem Kettenantrieb schaust du dir das Kettenrad an, sind dabei Haifischzähne zu sehen (übermäßige Abnutzungserscheinungen) sind wahrscheinlich Kettenrad, Ritzel und Kette fertig und gehören getauscht.

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Bitte beachte auch den Kettenspanner, wenn dieser sich bereits am unteren Ende der Einstellskala befindet, ist die Kette auch fällig, auch auf Gesamteindruck, Durchhang und Schmierung solltest du achten, wenn die Kette trocken wie die chilenische Atacamawüste ist, lässt das auf allgemeine Vernachlässigung schließen. Bei einem Riemenantrieb guckst du dir den allgemeinen Zustand an und prüfst die Spannung und den Durchhang des Zahnriemens. Bei einem möglichen Kardanantrieb achte auf eventuellen Ölaustritt.

Fast fertig

Bevor du endlich zur Probefahrt aufbrechen kannst, überprüfst du noch die Bremsscheiben auf Rillen, dafür fährst du mit dem Fingernagel quer über die Scheibe, wenn dabei tiefe Furchen zu spüren sind, musst du mit einem baldigen Wechsel der Bremsscheiben rechnen. Check die Bremsbeläge auf Verschleiß und die Profiltiefe der Reifengummis und dann ab zur →Probefahrt beim Motorradkauf im nächsten Beitrag…

keep the fire burning

Kai&Martina


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