Tatsächlich, tut es das? Kein Wunder. Es ist ja auch so.

Wie alles begann

Ein kleiner Ausflug in meine Vergangenheit und Gegenwart auf 2 Rädern.
In jugendlichem Alter konnte ich meinen 16. Geburtstag kaum erwarten um endlich mit dem Moped fahren zu können. Mein um fast 3 Jahre älterer Bruder hatte zum 16. Geburtstag eine gebraucht Vespa bekommen. Und wie die Gleichaltrigen noch wissen, war die Vespa damals zwar cool, aber nicht wirklich als zuverlässig Fortbewegungsmittel bekannt. Beim ersten Defekt fand er dann die Vespa nicht mehr so cool und leistete sich eine nagelneue KTM 50ccm Enduro (ich glaube sein Sparschwein musste dran glauben). Egal, aber die Vespa kaufte ich ihm zum Schnäpchenpreis ab (sie war ja defekt) und dann begann es. Learning by doing. Ich habe auf dem Ding 2 Jahre lang, bis ich 16 wurde rumgeschraubt und hab damals meine Liebe zu den 2 Rädern entwickelt. Wahrscheinlich lag es auch ein wenig in den Genen. Mein Großonkel führte in Klagenfurt ein Fahrrad und Mopegeschäft. Und dann mit knapp 16 fiel mir auch die KTM meines Bruders  in die Arme. Klar er 18 und somit Autofahrer. Moped war für ihn uninteressant und für mich umso interessanter. Also hatte ich dann neben der Vespa noch die KTM im Fuhrpark. Die musste getunt werden, also organisierte ich gleich einen 80 ccm Motocross Motor, baute den ein und die plus 100 km/h waren geknackt. Geil, wenn ich heute noch dran denke.

Naja und nachdem ich merkte, dass mir dieses Enduro Moped sehr getaugt hat, habe ich mir mit 18 gleich eine KTM LC4 600 gekauft und startet meine Offroad Karriere. Es folgten unzählige Motorräder aller Hubraum Klassen und unzählige Motocross und Enduro Rennen, wie aber auch unzählige Knochenbrüche. Ich war nie wirklich ein Profi, habe aber in jeder freien Minute neben der Arbeit die Zeit bei (in der Werkstatt) oder am Motorrad verbracht.

Meine coolsten Erlebnisse

Die unzähligen Starts bei den Strandrennen in Lignano, Bibione oder LeTouquet.
2 mal Erzberg Finisher, wobei ich einmal den Start gewonnen habe und es hinter mir mächtig krachte.
Enduro WM Teilnahme, mehrfache Teilnahme an der italienischen Enduro Meisterschaft,
Atlas Ralley in Marokko aber auch die vielen Ausflüge in den Bergen und Wälder Europas abseits des Renngeschehens. In ganz besonderer Erinnerung die Erklimmung des Mont Chaberon in den ital/franz. Westalpen mit knapp 3200 Meter Seehöhe. Damals noch halb legal, heute unvorstellbar!!

Und das Enduro fahren hat mich bis heute nicht los gelassen. Ein paar mal im Jahr reite ich noch mit ein paar Freunden auf der Enduro aus, genauso wie ich auch, sofern es die Zeit zulässt, in einem Mountainbike Park verbringe. Einfach Bremsen rauf und runter über Stock und Stein!
Diese Vergangenheit hilft mir jetzt ungemein beim Motorrad fahren. Im Gelände liegst du bei jeder Tour mehrmals unter dem Motorrad. Das ist ganz normal und du tust dir auch kaum weh dabei. ABER du kennst deine Grenzen viel genauer und fühlst was geht und was nicht mehr geht.
Und dieses Gefühl hilft mir extrem und ich habe keine Angst, sondern versuche auch in noch so brenzligen Situationen mit ruhigem Kopf zu reagieren.

Trotzdem Harley flachgelegt

Ich habe es auch in den nun fast 20 Jahren, seitdem ich Harley fahre (und das sind weit weit mehr als 100.000 Kilometer) tatsächlich erst einmal geschafft, ein Bike auf die Seite zu legen. Es war vor ein paar Jahren auf einer Bergstrasse in Kreta. Wir fahren in der Gruppe, zügig aber bei Gott nicht schnell. Die Kurven hatten maximal 45 Grad und weniger, aber diese waren am Hang entlang und daher nicht voll einsehbar. Wie gesagt, ich komme aus so einer Kurve raus, leicht bergauf und sehe, wie dass Wasser, sehr grünlich gefärbt über den Asphalt läuft. Ich gehe vom Gas, bremse vorsichtig (nicht stark), mache auf (also lenke wieder soweit es die Straße zuläßt gerade). Leider hatte ich noch ein paar Grad Neigung. Und dann. So wie am Eis, oder so, wie wenn dir jemand während der Fahrt mit einem Hammer auf beide Räder schlägt. No Chance. Bike geht weg. Ich halte den Lenker, das Bike vor mir und wir verzögern gemeinsam den Speed. Ich am Popo, das Bike am Seitenkoffer. Ich weiß gar nicht mehr, was damals mehr weh getan hat. Der Anblick des zerkratzen Koffers oder mein Allerwertester. Passiert ist quasi nix, außer meiner Premiere, doch mal eine Harley auf die Seite gesetzt zu haben.

Ich habe sofort als ich zum Stillstand kam, die nachfolgenden der Gruppe warnen können und somit ging es für den Rest der Truppe glimpflich aus. Die Stelle war so aalglatt, dass dort jeder, wirklich jeder, abgegangen wäre, wie eine Silvester Rakete.

Und selbst bei diesem Crash auf Kreta habe ich nie panisch reagiert. Als ich merkte es geht nicht mehr auf den Rädern, musst du halt das Down-Speeding Programm fahren und das nach Möglichkeit mit geringsten Schaden zuerst für dich und dann fürs Bike.

Viele fragen mich, wie man zügiger, sicherer und mit Spass mit den großen schweren Harleys fahren kann. Ich sehe eigentlich, dass viele Biker fast die selben Fehler machen. Im nächsten Beitrag gebe ich dir einige Tipps aus meinem Erfahrungsschatz…

You never ride alone!

Stefan