Wer kennt das Problem  „festsitzende Schrauben“ nicht, am liebsten ein paar gezielte Schläge mit dem 20kg Vorschlaghammer auf den verdammten, festgefressenen Schraubenkopf damit wenigsten deine verzweifelte Wut ein kleines Ablassventil hat und du nicht mit hoch gerötetem Kopf dein undankbares Werkzeug in die Ecke schmeißt. Doch bevor du noch dein geliebtes Bike mit unüberlegten Aktionen – bitte den Winkelschleifer vor Schraubarbeiten außer Reichweite bringen – deformierst, hier unsere Tipps zum Thema festsitzende Schrauben

Achte auf passendes Werkzeug

Als erstes ist es sehr wichtig, das passende →Werkzeug zu haben, also auf keinen Fall solltest du versuchen mit metrischen Werkzeug Zollverschraubungen zu lösen oder umgekehrt. Auch auf die Schraubenköpfe solltest du zu allererst achten, die unterschiedlichen Köpfe erfordern auch die passenden Torx-, Schlitz-, Kreuz-, Innensechskantwerkzeuge, auch die Größe deiner zu lösenden Schraube sollte unbedingt mit dem dazu passenden Werkzeug bearbeitet werden. Da bei Verwendung von zu großen Stecknüssen, Ringmaulschlüsseln oder Schraubendrehern schnell mal ein Kratzer in deiner Süßen, durch Abrutschen entstehen kann – scheiß Gefühl, außer du entwickelst gerade eine neue Art des Lackcustomizing.

Nun denn, nachdem du überprüft hast, ob dein Werkzeug passt, überzeuge dich auch noch kurz, ob die zu lösende Schraube oder Mutter oder… was auch immer, nicht mit einem Linksgewinde auf die Welt gekommen ist und du die ganze Zeit in die falsche Richtung gearbeitet hast. Vor allem bei Lichtmaschinenrotoren auf Kurbelwellen, Kupplungskörben oder auch bei Antriebspulley (Ritzel) kann dies ohne weiteres passieren, hierzu solltest du ein Werkstatthandbuch deiner Mopette oder den Mechaniker deines Vertrauens zu Rate ziehen.

„festsitzende Schrauben“ – Kriechöl ist dein Freund und Helfer

Jetzt aber genug gelabbert und ab zu den Tipps, die erste Möglichkeit festsitzende Schrauben zu lösen, besteht darin, diese mit sogenannten →Kriechölen oder →Rostlösern einzusprühen. Hierbei ist es wichtig, dass du die zu lösenden Teile mit Hilfe der beigefügten kleinen Röhrchen einsprühst, weil du so nicht dein ganzes Motorrad mit dem Mittel vollsaust. Diese Mittel dringen in die feinen Spalten und verringern die Reibung zwischen den Oberflächen der verrosteten Gewinde. Du kannst diesen Vorgang auch öfters wiederholen und bei Bedarf den Rostlöser auch über Nacht einwirken lassen.

Ordentlich Einheizen

Die nächste Variante um festsitzende Schrauben zu lösen, wäre die ganze Sache ein bisschen anzuheizen. Entweder du verwendest einen Heißluftfön oder einen Bunsenbrenner und erhitzt die festsitzenden Teile. Beim Verwenden der Lötlampe achte aber darauf, dass du nicht deinen ganzen Bock abfackelst und bei naheliegenden Gummileitungen oder Kabeln solltest du besonders auf die Hitzeentwicklung achten. Durch die Hitze kann es vorkommen, dass die Schraube ziemlich heiß wird – Vorsicht mit deinen Händen, sonst fliegt das Werkzeug womöglich doch wieder in die Werkstattecke.

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Eisen und Rost dehnen sich bei Temperaturänderungen unterschiedlich stark aus bzw. schwinden in unterschiedlichem Maß. Das kann dazu führen, dass sich durch die Wärme die Oxydschicht vom Metall löst und die Schraubverbindung wieder gängig macht. Auch kann es vorkommen, dass die festsitzende Schrauben durch Gewindekleber zusätzlich gesichert sind, durch die Hitze trocknet der Kleber aus und verliert seine Klebeeigenschaft. Wenn du beim Erhitzen ein Knacken in der Verschraubung hörst, ist das meist ein gutes Zeichen.

und zum Schluß doch noch den Hammer

Und wenn wir schon gerade bei den Möglichkeiten sind, Temperaturunterschiede als Schraubenlöser zu verwenden, kannst du auch mal die Variante des Rostlöser mit Vereisungskomponente ausprobieren. Sollte alles nichts genützt haben und die Schraube nach wie vor festsitzen, empfehlen wir, dass du die Sache mit leichten Hammerschlägen bearbeitest. Verwende einen leichten gut in der Hand liegenden Hammer und versuche die Schraube durch leichte Schläge auf den Kopf etwas aus ihren festen Sitz zu lösen. Hierbei kommt es wiederum darauf an die Gewinde und die Oxidationsanhaftungen voneinander zu trennen. Hierbei kannst du auch auf die Hilfe eines handgetriebenen oder elektrischen Schlagschraubers zurückgreifen. Wie du diesen verwenden solltest und was du bei abgenudelten Schraubenköpfen machen kannst, erklären wir dir im →kommenden Beitrag…

keep the fire burning

Kai&Martina


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