Das Antiblockiersystem – ABS beim Motorrad – verhindert das Blockieren der Reifen deiner Mopette, durch automatische Verminderung der Bremskraft wird eine Gleitbremsung, die beim Blockieren der Räder entsteht, verhindert. Durch diese Regelung des sogenannten Radschlupfs wird der Bremsweg auf nasser Straße verkürzt. Auf trockener Straße und losem Untergrund kann sich der Bremsweg dagegen verlängern. Auch die Möglichkeit des Lenken (Richtungsänderung), trotz einer Vollbremsung, bleibt mit dem ABS erhalten. Neuere Versionen des ABS übernehmen auch die Bremskraftverteilung (elektronische Bremskraftverteilung – EBV) zwischen Vorder- und Hinterrad.

Wie mache ich eine Vollbremsung mit ABS?

Im letzten Beitrag haben wir dir erklärt, wie du es schaffst bei einer Vollbremsung nicht die Sicherheit über dein Motorrad zu verlieren, dabei blieb jedoch die Frage offen, ob ein Antiblockiersystem bei deinem Bock, dir überhaupt Vorteile beim Bremsen bringt. Auf was du bei einer Vollbremsung trotz ABS achten solltest, möchten wir dir in diesem Beitrag erklären…

Bei einer Vollbremsung solltest du, wie im letzten Beitrag gezeigt, Vorder – und Hinterbremse möglichst nahe an die Blockiergrenze bringen. Wenn deine Räder dabei blockieren, macht sich der Unterschied bei deinem Bremsmannöver mit oder ohne ABS so richtig bemerkbar. Während du beim Notbremsen oder Überbremsen für die Stabilität deiner Mopette selbst verantwortlich bist (Bremsen lösen und neu einbremsen) kannst du durch die ABS-Technik weiterhin voll in den Eisen bleiben.

ABS beim Motorrad ist nicht das Wundermittel

Doch trotz dieser Technik kommt es bei einer Vollbremsung zu enormen Kräften, denen du als Fahrer ausgesetzt bist. Des weiteren kann es beim Bremsen mit ABS zu pfeifenden Reifen, pulsierenden Bremshebeln und eventuell schlagenden Antriebsstrang kommen. Diese beeinträchtigen zwar die Bremsung nicht und sind auch nicht gefährlich, können jedoch irritieren. Aus diesem Grund, darfst du dich nicht blind auf dein ABS verlassen, die üblichen Rahmenbedingungen sollten trotz oder gerade wegen der technischen Hilfe, die du bei einem Bremsmanöver geniest, stimmen. Deinen Oberkörper aufrichten, Arme angewinkelt lassen und dein Blick weit voraus, so solltest du auf deinem Bock sitzen und durch Knieschluss einen möglichst großen Teil deines eigenen Gewichts gegen den Tank abstützen.
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Auch hier gilt…

Regelmäßige Übung verleiht dir hier Gelassenheit. Du kannst mit ABS gefahrlos die mögliche Bremsverzögerung austesten und da dein ABS beim Motorrad nicht jede Situation tadellos erkennen kann wird in manchen Situationen dein Eingreifen nötig sein. So zum Beispiel bei sogenannten Stoppies (wenn sich dein Hinterrad beim Bremsen hebt) solltest du trotz ABS deine Vorderbremse lösen. Waschbrettartige Bodenwellen führen hingegen oft zu unvorhergesehen langen Bremswegen, da das Ansteigen und Abfallen des Gripniveaus in ständigem Wechsel es auch einem ABS schwer macht, optimal zu verzögern. Hier musst du einen ausreichenden Bremsweg einkalkulieren.

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ABS kombiniert mit einer Integralbremse bringt zwar Stabilität und gute Verzögerungswerte – auf der Geraden – In Kurven solltest du jedoch sensibel damit umgehen. Die Feindosierung der Kurvengeschwindigkeit durch Bremsen mit der Hinterradbremse wird hier oft von einem Aufstellmoment begleitet, da die Vorderradbremse automatisch mit betätigt wird.

Bremsen mit ABS erfordert also keinesfalls weniger Übung als ohne. Es bringt aber ein deutliches Plus an Sicherheit und Bedienungskomfort.

keep the fire burning

Kai&Martina


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