Was wird eigentlich während der wiederkehrende §57a-Begutachtung im Motodrom Harley-Davidson durch unsere Harley Service Crew alles überprüft? Wie schaut der genaue Arbeitsablauf des zuständigen Crew Mitgliedes aus, während der Kunde seinen Kaffee oder Radler im Rebell 84 genießt? Im folgenden Beitrag möchten wir dieses Geheimnis etwas lüften…

Nach der Schlüsselübergabe

Nachdem du uns den Schlüssel übergeben hast, wird mit Hilfe des Mängelkataloges dein Motorrad überprüft. Dieser Mängelkatalog gilt übrigens für alle Betriebe, die zur Überprüfung der Verkehrs- und Betriebssicherheit (Umweltverträglichkeitprüfung) deines Kraftfahrzeuges berechtigt sind. Beleuchtung, Bremsanlage, Fahrgestell, sämtliche sicherheitsrelevante Funktionen, Abgaswerte etc. werden hierbei nach und nach kontrolliert. Diese Vorgehensweise gleicht sich übrigens bei allen Motorrädern.

Sehen und Gesehen werden

Als erstes wird das Bike auf eine Hebebühne gestellt, damit für uns alles leicht zugänglich und sichtbarer wird – es arbeitet sich im Stehen wesentlich leichter, als in gebückter oder gar liegender Stellung. Wir fangen mit der Prüfung der gesamten elektrischen Anlagen, wie Fern-, Abblend-, und Begrenzungslicht, Blinker, Rück- und Bremslicht, Hupe, etc. an.

Deine Sicherheit ist unser Job

Danach wird dein Bike mit Hilfe der Hebebühne auf ca. 1,20m geliftet und die Untersuchung deiner Reifen auf Verschleiß, Profiltiefe, Gummirisse und Fremdkörper beginnt. An dieser Stelle testen wir natürlich auch die Speichen deiner Räder auf festen Sitz. Radlager und Schwingenlager werden auf Spiel und mögliche Sicherheitsrisiken für dich, als Fahrer begutachtet.
Bei der Durchsicht der Räder überprüfen wir selbstverständlich auch sämtliche Bauteile der Bremsanlage deines Bikes, Bremsklötze, Bremsleitungen, Bremsscheiben und auch die Bremsflüssigkeit werden von uns auf Herz und Nieren abgecheckt.

Ölaustritt wäre nicht gut

Bei der Gabel überprüfen wir die Dichtheit der Simmeringe – hierbei darf kein Öl an den Gabelholmen sichtbar werden. Auch Motor, Getriebe und Primärkasten werden auf Ölleckagen von unseren geschulten Augen kontrolliert. Im wesentlichen kannst du davon ausgehen, dass etliche Meter Kabel und Schläuche deines Motorrades auf Scheuerstellen und Dichtheit gesichtet werden.

Abgaswerte müssen passen

Das laut nicht gleichzeitig schmutzig ist, beweisen die Abgastests die wir bei jeder Begutachtung durchführen. Die Abgaswerte (Emissionsausstoß) sind je nach Baujahr deines Motorrades wiederum genau gesetzlich geregelt. Auch wenn du als leidenschaftlicher Harley Davidson Fahrer mit Sicherheit ein bisschen am Auspuff deines Motorrades werkeln hast lassen, brauchst du dir aber keine Sorgen um die Abgaswerte deines Bikes machen, denn die Emmisionswerte werden von den etwas lauteren Auspuffanlagen nicht beeinflusst.

Probefahrt

Nachdem der Scheinwerfer gegebenenfalls eingestellt wurde (Leuchtweite deines Abblendlichtes ist auch gesetzlich genau festgelegt), geht es dann ab zur Probefahrt. Bei der Probefahrt, die normalerweise von Jürgen, unserem Werkstattmeister, ausgeführt wird, steht der Bremstest an. Dieser Bremstest wird wiederum auch ganz genau laut Mängelkatalog durchgeführt. Vorder- und Hinterradbremse werden hierbei jeweils einzeln auf höchste Funktionalität geprüft. Beim Fahren selbst überprüft Jürgen auch noch das Lenkopflager, da darf auch nichts wackeln und klackern. Wenn keinerlei Mängel bzw. nur leichte Mängel an deinem Bike von uns erkannt wurden, dürfen wir deinem Bike die begehrte Begutachtungsplakette ausstellen.

You never ride alone!

Übrigens,

Mängel werden in vier Kategorien unterteilt:
• leichter Mangel (L.M.) → der Mangel muss „so bald wie möglich“ behoben werden,
• schwerer Mangel (S.M.) → der Mangel muss „bei der nächsten Werkstätte“ behoben werden,
• Gefahr im Verzug (G.V.) → der Mangel muss „umgehend“ behoben werden.
• Vorschriftsmangel (V) → das Fahrzeug darf nicht mehr gefahren werden solange der Vorschriftsmangel nicht behoben wurde.

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Jürgen – Motodrom Service Crew